Der makrobiotische Weg der Erhaltung und der Wiederherstellung der Gesundheit ist nicht darauf beschränkt, die Symptome zu lindern und zu verhindern. Er ist ebenso darauf ausgerichtet, die Menschen zur Einsicht und zu einer Lebensweise in Harmonie mit der Ordnung des Universums zu führen. Gesundheit und Glück sind das Ergebnis eines Lebens im Einklang mit der Natur, während Krankheit die Folge eines unausgeglichenen oder extremen Handelns, Denkens und Lebens ist (siehe Tabelle 21).
Tabelle 21
Lebensweise
Gesund
Degeneriert
Tägliche Nahrung
(Hauptfaktor)
Ganz
Natürlich
biologisch
Unraffiniert
ausgewogen
Der Jahreszett
entsprechend
In der Umgebung
gewachsen
Zu Hause gekocht
Verarbeitet
Künstlich
Chemisch
Raffiniert, verfeinert
Extrem
Nicht der Jahreszeit
entsprechend
Transkontinental
gewachsen
Vorgekocht
Umwelt und
Lebensweise
(Nebenfaktor)
Sauber
Geordnet
Aktiv
Naturecht
Verschmutzt
Ungeordnet
Inaktiv
Synthetisch
Anschauung
(Nebenfaktor)
Friedlich
Dankbar
Flexibel
Hilfsbereit
Klagend
Arrogant
Starr, unbeugsam
Wetteifernd
 
Die fundamentalste Methode zur Behandlung von Krankheiten besteht darin, wieder einen Zustand der Harmonie mit unserer Umwelt herzustellen, und der grundlegendste Weg, dies zu erreichen, ist eine richtige Ernährung.

Wenn unsere tägliche Nahrung mit unserer Umgebung im Einklang steht, werden auch unser Blut, unsere Zellen und Gewebe – und damit unsere Gefühle, Gedanken und unser Bewusstsein – in Harmonie sein. Diese wird durch die Verbindung von Tag und Nacht, Sommer und Winter, Mann und Frau sowie durch die Balance zahlloser anderer einander ergänzender Erscheinungen im Universum geschaffen. Eine angemessene Ernährung, die Yin- und Yang-Eigenschaften oder die Nährstoff- und Energiefaktoren im richtigen Verhältnis verbindet, Ist entscheidend für die Erhaltung der körperlichen und seelischen Gesundheit, und ohne eine ausgewogene Ernährung können Krankheiten nicht von Grund auf geheilt werden.

Die Krankheit ist ein natürlicher Mechanismus, durch den unser eigener Körper das Gleichgewicht wiederherzustellen versucht, wenn wir in unserem Leben weiterhin die Gesetze der Harmonie missachten. Der wiederholte übermäßige Konsum von extremer Nahrung verursacht im Organismus eine Reihe von Anpassungsvorgängen, die sich allmählich zu ernsten Störungen entwickeln. Da der Körper zu jeder Zeit das Gleichgewicht mit der Umwelt herzustellen trachtet, werden diese Unmäßigkeiten in der Ernährung gewöhnlich durch die normalen Ausscheidungsprozesse – Urin, Stuhlgang, Atmung und Schwitzen – ausgeschieden.

Nach dem Verzehr von zu viel unangemessener Nahrung sammelt sich der Überschuss im Körper an und wird durch abnorme Eliminationsmechanismen wie Durchfall, übermäßiges Schwitzen, Schnupfen, Husten, Fieber, Gefühlausbrüche und extremes Verhalten ausgeschieden. Ein chronischer Ausstoß, das nächste Stadium In diesem Prozess, nimmt oft die Form von Hautausschlägen an. Diese treten besonders dann häufig auf, wenn das Vermögen der Nieren, das Blut richtig zu reinigen, geschwächt ist. Wenn wir weiterhin schlechte Nahrung zu uns nehmen, wird die Ausscheidungsfähigkeit des Körpers schließlich erschöpft, und unter der Haut, in den inneren Organen und um diese bildet sich eine grundlegende Fettschicht, die verhindert, dass die unbrauchbaren Stoffe nach außen dringen. Wenn das Übermaß an Schleim, Fett, Cholesterin, Eiweißabfallstoffen und anderen Faktoren die Fähigkeit des Körpers, diese Substanzen auszuscheiden, übersteigt, sammeln sie sich in solchen Bereichen wie den Nebenhöhlen, dem Innenohr, der Lunge, der Brust, den Gedärmen, den Nieren und den Fortpflanzungsorganen an. Anfangs sind die Geschwülste und Stauungen verhältnismäßig klein und unbedeutend, auf ein Organ beschränkt und relativ harmlos – so entstehen zum Beispiel zuerst Zysten, Steine, gutartige Tumore oder es kommt zur Verhärtung der peripheren Arterien. Bleibt jedoch die Ernährung unverändert, kann sich die Blockierung einer Funktion zu großen, allgemeinen (den ganzen Körper betreffend) und lebensbedrohenden Störungen wie Krebs, Erkrankungen der Herzkranzarterie, Diabetes und anderen Degenerationskrankheiten ausweiten. Wenn es auch Tausende scheinbar unzusammenhängender Krankheiten der Verdauungs- und Fortpflanzungsorgane sowie des Kreislauf- und Nervensystems gibt, so haben doch alle Erkrankungen einen gemeinsamen Ursprung und können je nach ihren Symptomen und Ursachen in drei Hauptkategorien eingeteilt werden:

1) Solche, die durch übermäßiges Yin-zentrifugale und ausdehnende Tendenzen – oder einen Mangel an gutem Yang-zentripetale und zusammenziehende Tendenzen – verursacht werden;

2) Solche, die durch übermäßiges Yang oder durch einen Mangel an gutem Yin ausgelöst werden;

3) Jene, die sowohl durch extremes Yin, als auch durch extremes Yang oder durch eine Kombination des Mangels an beiden Faktoren entstanden sind. (Siehe Tabelle 22, die einige der Zustände, die in diese drei Kategorien fallen, auflistet.)

Ausgedehnte Yin-Merkmale (oder ein Mangel an gutem Yang) sind: Dehnung, Anschwellung, Entzündung, Erweiterung, Lockerung, Erweichung, erhöhtes Tempo, schnelleres Fließen und eine höhere Schwingungsrate. Zusammenziehende Yang- Merkmale (oder ein Mangel an gutem Yin) sind: Einengung, Verengung, Verkrampfung, Verstopfung, Verhärtung und verringertes Tempo, langsameres Fließen und eine niedrigere Schwingungsrate. Auf dieser Grundlage können wir verstehen, dass Störungen wie die Erweiterung und Anschwellung der Organe, der Gewebe oder der Blutgefäße des Körpers in ihrem Ursprung und ihrer Entwicklung in erster Linie yin sind, während andere Zustände wie die Verengung und Verkrampfung von Funktionen und Organsystemen hauptsächlich yang sind. Beispiele für Yin- Krankheiten sind Durchfall, Mandelentzündungen, Nasenpolypen und Mumps. Beispiele für Yang-Krankheiten sind zeitweilige Verstopfung, Blinddarmentzündung und Gelbsucht. Manchmal sind sowohl Yin- als auch Yang- Faktoren beteiligt, so zum Beispiel bei Bluthochdruck, wo einerseits die Blutgefäße verengt sind und andererseits das Herz übermäßig erweitert ist.

Ein extrem ausgedehnter Zustand entsteht durch die Verbindung einer zu hohen Flüssigkeitszufuhr, besonders von Limonaden, Fruchtsäften, Milch, Alkohol, Kaffee und anderen stimulierenden Getränken, mit einem übermäßigen Verzehr von verfeinerten Nahrungsmitteln, Obst, Zucker und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, tropischen, künstlich konservierten, tiefgefrorenen, chemisch behandelten und anderen Produkten, die sich am extremen Yin- Ende des Nahrungsmittelspektrums befinden. Umgekehrt ist ein übermäßig zusammengezogener Zustand die Folge des Konsums von Fleisch, Geflügel, Eiern, Hartkäse und anderen Nahrungsmitteln, die reich an gesättigtem Fett und Cholesterin sind, verbunden mit der Aufnahme von zu viel Mineralstoffen (besonders durch das raffinierte Tafelsalz) und anderen extremen Yang- Produkten. Ein Zustand, der sowohl von extremen Yin- als auch von extremen Yang- Faktoren gekennzeichnet ist, wird durch einen übermäßigen Konsum von Nahrungsmitteln und Getränken aus beiden Kategorien verursacht.
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